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Preispolitik

Teil 1: Grundlagen

Die Preispolitik ist als Einzelinstrument dem Marketing-Instrument "Kontrahierungspolitik" zugehörig. Die Instrumente der Kontrahierungspoliik sind
  • die Preispolitik
  • die Rabattpolitik
  • die Liefer- und Zahlungsbedingungen und
  • die Kreditpolitik
Rabattpolitik, Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie Kreditpolitik werden zusammengefasst auch als Konditionenpolitik bezeichnet.

Definition:
Der Preis ist das Entgelt für die Leistungen, die ein Unternehmen auf einem Markt anbietet. Unter Preispolitik werden alle marktbezogenen Maßnahmen und Entscheidungen des Unternehmens verstanden, mit denen die Preise beeinflusst und durchgesetzt werden können.
 


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Dabei stehen mehrere Alternativen zur Wahl, die geprüft werden müssen. Nach der Entscheidung für eine Alternative wird diese unter Ausschöpfung des Entscheidungsspielraums durchgesetzt.

Preisentscheidungen
Im Marketing geht es weniger darum, gerechte Preise festzulegen, sondern zweckgerichtete. Die Preispolitik kann sich auf das Gesamtangebot eines Unternehmens, auf Teilbereiche oder auf Einzelprodukte oder Einzelleistungen beziehen.

Preisentscheidungen sind zu unterschiedlichen Anlässen und in unterschiedlichen Situationen zu treffen, beispielsweise:
  • Ein Unternehmen entscheidet sich grundsätzlich für die Preislagen, mit denen es arbeiten will, z. B. obere, mittlere und untere Preislagen.

  • Es wird das optimale Preisverhältnis von Produkten innerhalb einer Produktlinie festgelegt.

  • Der Preis wird erstmalig festgelegt, z. B. für Produkte, die neu in das Leistungsspektrum aufgenommen werden oder beim Eintritt in neue Märkte, z. B. in Auslandsmärkte oder Regionalmärkte oder bei Angeboten für neue Aufträge.
     
Preisentscheidungen sind auch zu treffen, wenn sich bestimmte Situationen geändert haben oder unterschiedlich zu staffelnde Preise (so genannte "Preisdifferenzierungen") notwendig werden. Preisänderungen für Produkte eines bereits bestehenden Leistungsprogramms können beispielsweise aus folgenden Gründen notwendig werden:
  • veränderte Kostensituation, z. B. höhere Rohstoffpreise, höhere Einkaufspreise für Hilfsmittel usw.
  • veränderte Konkurrenzsituation, z. B. neue Mitbewerber, Unterbieten der eigenen Preise durch die Konkurrenz, Sonderaktionen von Wettbewerbern usw.
  • veränderte Nachfragesituation, z. B. gesättigte Märkte, neue Trends usw.
  • veränderte Preissituationen, die sich aus Preisvergleichen mit den Konkurrenzpreisen ergeben haben
Überlegungen zur Preisdifferenzierung der Produkte können getroffen werden, d. h., dass dasselbe Produkt verschiedenen Kunden (oder unterschiedlichen Kundengruppen) zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Dazu werden die Preise für die einzelnen Stufen im Distributionsprozess betrachtet, z. B. für Hersteller, Großhändler oder Absatzmittler wie Exporthändler, Exportvertreter usw. und dementsprechend neue Preisabstufungen festgelegt. Insbesondere durch die Preisumstellung auf den Euro ergibt sich eine günstige Situation, um Preisdifferenzierungen neu zu überdenken oder einzuführen.

Abhängigkeiten
Die Entscheidung für einen bestimmten Preis ist von den preispolitischen Zielen eines Unternehmens abhängig. Sicherlich ist die Erzielung von Gewinn ein wichtiges preispolitisches Ziel. Die Gewinnmaximierung ist jedoch nicht das alleinige Ziel, vielmehr sind Preisentscheidungen letztlich von den Unternehmens- und Marketingzielen abhängig, bzw. untergeordnet und strategisch anzuwenden.

Preisziele
Meist wird nicht nur ein Ziel, sondern eine Kombination von Zielen verfolgt, wie Gewinnmaximierung und Marktanteilssteigerung. Außerdem spielt der zeitliche Bezug eine wichtige Rolle, und die Ziele müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. Wenn sich beispielsweise ein Unternehmen ein Image als exklusiver Anbieter hochwertiger Ware aufbauen will, können Aktionen mit Billigstware zu Tiefstpreisen die Erreichung des langfristigen Zieles nachhaltig stören. Die beiden Komponenten "Billigstware" und "Tiefstpreise" passen hierbei nicht in ein "abgerundetes Bild" im gesamten Marketing-Mix (aus Käufersicht).

Zu den unternehmensbezogenen Preiszielen gehören beispielsweise:
  • Erzielung einer bestimmten Gewinnrate, bezogen auf den Gesamtumsatz pro Produkt, pro Produktgruppe bzw. pro Markt

  • Erzielung einer bestimmen Gewinnrate, bezogen auf die Kosten pro Leistungseinheit

  • Erzielung einer bestimmten Kapitalrentabilität (Return on Investment, ROI)

  • Erreichen bzw. Beibehalten eines bestimmten Beschäftigungsgrades im Unternehmen

  • Realisierung einer bestimmten Kostensituation
Marktbezogene Preisziele sind beispielsweise:
  • Erschliessung neuer Märkte
  • Erhalten bzw. Verbessern der eigenen Marktposition
  • Gewinnen von Marktanteilen
  • Eindringen in neue Marktsegmente
  • Verhinderung des Markteintritts, bzw. Ausschaltung von Mitbewerbern
Je nach Zielsetzung kann ein Unternehmen unterschiedliche Preisstrategien verfolgen. Dabei wird vor allem danach unterschieden, ob das Unternehmen einen Markt erschliessen will, ob eingeführte Produkte abgesetzt oder ob mit differenzierten Preisen vorgegangen werden kann und soll.

Zusammenfassung
Der Preis ist ein wichtiges Instrument im Marketing-Mix, weil er in direktem Zusammenhang mit den Zielgrössen Umsatz, Gewinn und Marktanteile steht. Preisänderungen sind meist einfach durchzuführen, aber ihre Wirkung wird häufig überschätzt. Deshalb sollten die anderen Instrumente im Marketing-Mix nicht vernachlässigt werden, nämlich die Produkt-, Distributions- und Kommunikationspolitik.

Preispolitische Entscheidungen können sich auf das Gesamtangebot eines Unternehmens, auf Teilbereiche oder einzelne Produkte beziehen. Dabei kann es sich um das Festlegen von Preisen bei neuen Produkten handeln, um die Änderung der Preise aufgrund einer veränderten Kosten-, Konkurrenz- oder Nachfragesituation oder um Preisdifferenzierung.

Die preispolitischen Ziele eines Unternehmens müssen im Zusammenhang mit den unternehmens- und marktbezogenen Zielen eines Unternehmens stehen und dürfen diesen nicht widersprechen. Meist geht es nicht nur um das Erreichen eines einzigen Unternehmenszieles, sondern um die Kombination mehrerer Ziele.

Aufgrund der preispolitischen Ziele gilt es, entsprechende Preisstrategien zu entwickeln.
 
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