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Redaktion
02. April 2007
 
Stahlmarkt 2007

Illustration


Die Weltstahlproduktion erreichte 2006 im Vergleich zum Vorjahr ein erneutes Plus von neun Prozent und stieg auf 1,24 Milliarden Tonnen. So war das letzte Jahr ein weiteres Rekordjahr für die Stahlunternehmen. Die steigende Profitabilität in der Stahlindustrie als Folge der zunehmenden Konsolidierung war Thema der Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2007". Referiert wurde über die Rolle Chinas, Wachstumspotenziale, die weitere Konsolidierung und die globale Distribution.

"Die internationalen Stahlmärkte präsentierten sich auch 2006 mit einem weiteren Rekordjahr in eindrucksvoller Verfassung und die Aussichten für 2007 bleiben weiter positiv", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling, zum Auftakt der 11. Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2007" in Düsseldorf.

Dynamik der Weltregionen
Die Weltstahlproduktion erreichte 2006 im Vergleich zum Vorjahr ein erneutes Plus von neun Prozent und stieg auf 1,24 Milliarden Tonnen. Getragen sei das Stahlwachstum nicht nur durch China, sondern auch durch die hohe Dynamik der übrigen Weltregionen, wie Ameling ausführte. Die positive Entwicklung der Umsätze der Stahlproduzenten bewertete er aber als noch entscheidender. "Mit der Stahlproduktion kann inzwischen weltweit Geld verdient werden". Nachdem die Stahlunternehmen in den 90er Jahren eher Kapital vernichtet hätten, würden jetzt angemessene Kapitalrenditen erzielt werden.

Nach den Berechnungen der Wirtschaftsvereinigung Stahl wird sich die Weltstahlproduktion in 2007 um etwa 3,4 Prozent auf 1,29 Milliarden Tonnen erhöhen. Treiber dieses Wachstums werden wie in den Vorjahren vor allem China, Brasilien, Russland und Indien sein. Durch die Erweiterung der EU wird erwartet, dass sich die Rohstahlkapazität der Union um etwa vier Prozent erhöht und in diesem Jahr circa 204 Millionen Tonnen erreicht.

Weltweite Rohstahlproduktion nach Regionen


Die Rolle Chinas
Ameling betonte, dass die EU die wichtigste Stahlerzeugerregion nach China sei. Den weiteren Ausbau der chinesischen Rohstahlkapazitäten in 2006 und die Entwicklung Chinas vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur mit einem Überschuss von 32,3 Millionen Tonnen (2006) beurteilte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung als eine der Herausforderungen der globalen Stahlindustrie.

Die chinesische Regierung müsse zügig die dringend erforderliche Konsolidierung ihrer Stahlwirtschaft vorantreiben, um die Gefahr weiterer unkontrollierter Kapazitätserhöhungen zu verringern. Darüber hinaus müsse China allein schon aus ökologischen Gesichtspunkten seine völlig veralteten Anlagen stilllegen und die staatlichen Subventionen für seine Stahlindustrie unterbinden. Besorgnis erregend seien auch die von der chinesischen Regierung unterstützten Bestrebungen, im Ausland Rohstoffquellen zu erschließen, beziehungsweise sich an Bergbauunternehmen zu beteiligen. Ameling forderte hier die Politik auf, den freien und fairen Zugang der deutschen Industrie zu internationalen Rohstoffquellen zu gewährleisten.


Monatliche Rohstahlerzeugung in China


Wachstumsbremse Rohstoffpolitik
Foto Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling Als weitere Herausforderung der Stahlindustrie verwies Ameling auf die Rohstoffversorgung. Die Kokskohle-Abschlüsse für 2007 zeigten zwar eine rückläufige Tendenz. Die ersten Eisenerz-Preisverhandlungen wiesen jedoch erneut auf Preissteigerungen hin, nachdem sich der Preis für Feinerz bereits zwischen 2002 und 2006 um 260 Prozent erhöht habe. Preissteigerungen seien auch beim zweitwichtigsten Einsatzstoff der Stahlindustrie, dem Stahlschrott, zu verzeichnen. Hier habe sich in den letzten fünf Jahren der Preis um 220 Prozent erhöht und läge derzeit bei 243 Euro pro Tonne.

Ein optimistisches Bild zeichnete Ameling auch von der deutschen Stahlindustrie. In Deutschland habe sich die Stahlproduktion 2006 um 6,3 Prozent erhöht und 47,3 Millionen Tonnen Rohstahl erreicht. Getragen von der außergewöhnlich guten globalen Stahlkonjunktur, den positiven Entwicklungen bei den Stahlverarbeitern und auch der hohen Inlandsnachfrage werde sich der positive Trend auch 2007 fortsetzen, betonte er. "Für 2007 rechnen wir mit einer Rohstahlproduktion von 47 Millionen Tonnen", so Ameling. Durch Weitergabe der hohen Kostenbelastungen im Rohstoffbereich an die Stahlpreise und durch die Effizienzsteigerungen in nahezu allen Stahlunternehmen sowie einer erhöhten Auslastung der Produktionsanlagen hätten auch die Gewinne vor Steuern ein positive Entwicklung gezeigt. Die Unternehmen seien so in die Lage weiter zu investieren und so noch wettbewerbsfähiger zu werden.



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