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Deutscher Schuhmarkt in der Trendwende
Im Schuhmarkt stehen die konjunkturellen Zeichen günstig: Nachdem das Marktvolumen für Schuhe in Deutschland die Talsohle durchschritten hat, ist es im letzten Jahr um 2,8 Prozent auf rund 8,5 Milliarden Euro gestiegen. Die negative Entwicklung der letzten Jahre scheint damit gestoppt. Höhere Verkaufspreise erzielt, wer die Käufer kennt. Und Qualitätsware findet wieder mehr Käufer, wie aus einer Marktanalyse der BBE Unternehmens- beratung hervorgeht. Im vergangenen Jahr konnten annähernd alle Segmente ihr Marktvolumen steigern. Lediglich im Bereich der Arbeitsschuhe war ein Minus von 5,3 Prozent zu verzeichnen. Entgegen der viel zitierten "Geiz ist geil"-Mentalität sind Qualität und Wertigkeit gefragt. Erkennbar ist dies an der Tatsache, dass 2006 einerseits die Absatzmenge rückläufig war, aber der Durchschnittspreis anstieg. Abflauender Preisdruck Gewinner bei den Vertriebswegen sind die freien Filialisten und die branchenfremden Händler, insbesondere der Modefachhandel. Die freien Schuhfilialisten erzielten in 2006 ein Umsatzplus von 3,6 Prozent, der branchenfremde Facheinzelhandel sogar ein Plus von 4,4 Prozent. Insbesondere die kooperierenden Fachhändler haben Marktanteile verloren, doch auch sie konnten zuletzt einen leichten Umsatzanstieg verbuchen. Den Grund dafür sehen die Unternehmensberater im abnehmenden Marktdruck der Discounter. Sie haben in den letzten Jahren den Markt stark beeinflusst. Das mag als weiteres Indiz für die Abkehr von "Geiz ist geil" und einer sich erholenden Konjunktur sein. Der Analyse zufolge zählen Filialisten zu den Gewinnern der nächsten Jahre, auch wenn in ihren Reihen eine Bereinigung eintritt. Die Anzahl der Schuhfacheinzelhändler befindet sich weiterhin deutlich im Abwärtstrend. In diese Lücke stoßen vor allem Modefachhändler.
Marken vergrößern Marktmacht Verbraucher ist nicht gleich Verbraucher. Die Unternehmensberater stellten fest, dass die älteren Konsumenten für ihren Schuhkauf noch häufig die Schuhgeschäfte ihres Vertrauens aufsuchen. Jüngere Menschen achten dagegen kaum auf das Geschäft, wenn es nicht selbst eine Marke ist. Bei den älteren hat der Schuhfachhandel also noch Bedeutung. Jüngere Käufer fragen eher Modemarken aus dem Bekleidungsmarkt oder trendige Schuhe von Lifestyleanbietern nach. Durch die wachsende Bedeutung der Marken kommt Bewegung in den Schuhmarkt. Sie wurde lange unterschätzt. Heute müssen Schuhhersteller und -handel auf die Macht der Marke reagieren, resümierten die Unternehmensberater. Die starken Marken bauen ihre Präsenz in allen Vertriebskanälen aus. So steht derzeit nicht der Wettbewerb der Kanäle im Vordergrund, sondern der Wettbewerb der starken Marken. Mehr Wettbewerb von außen Die Wachstumsmärkte der Schuhbranche teilen sich wie eine Schere: Auf der einen Seite steht der Preis-Wert-Markt hoch im Kurs, auf der anderen Seite der Qualitätsmarkt. Die großen Filialisten bauen derzeit ihr Profil als Anbieter im Preis-Wert-Markt auf. Hier dominieren die Händlermarken Deichmann und Reno. Die meisten Wettbewerber sind indes im Qualitätsmarkt vertreten. Vor allem auf Handelsebene bleibt aber Raum für weitere Anbieter. Diese Lücke nutzen nun zunehmend Markenanbieter des Bekleidungsmarktes. Chancen bieten sich auch im Luxussegment, wenn auch nur in einer kleinen Nische. Alle Wachstumsmärkte funktionieren vertikal. Das beweisen die Markenhersteller des Bekleidungsmarktes wie Esprit oder S.Oliver ebenso wie die Händler, die als Händlermarke mit Eigenmarken vorwiegend im Preis-Wert-Markt (beispielsweise H&M und Zara) oder im Preismarkt (wie KiK, Takko, Zeemann, Aldi) agieren. Zusätzlich müssen Hersteller und Handel heute den Wettbewerb im europäischen Ausland im Auge behalten, wie die BBE feststellte. Vor allem innerhalb der EU rücken alle Märkte immer weiter zusammen, die Konkurrenz ist groß und schläft nicht. Weitere Details Im BBE-Branchenreport "Schuhe" befindet sich ein Exkurs zum Schuhmarkt in den Nachbarländern der Europäischen Union. Darüber hinaus werden Herstellern, dem Fachhandel und fachfremden Anbietern Chancen, Risiken und Entwicklungspotenziale bis 2015 aufgezeigt. Der BBE-Branchenreport "Schuhe", Jahrgang 2007, umfasst 225 Seiten mit 24 Tabellen und 134 übersichten. Die Entwicklung der einzelnen Schuhsegmente ist darin ebenso enthalten wie eine Analyse der Vertriebsformen und wie die Marken punkten. Der Report ist zum Preis von 1.850,- Euro zzgl. Versandkosten und Mehrwertsteuer bei der Unternehmensberatung erhältlich.
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